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Macondo*

Macondo ist die älteste und größte Flüchtlingssiedlung in Wien. Hier werden Starterwohnungen an Flüchtlinge aus allen Nationen und Kulturen vergeben. Durch eine längerfristige Kooperation mit dem Diakonie Flüchtlingsdienst vor Ort wird an der Aufwertung und Gestaltung der gemeinschaftlichen Bereiche im öffentlichen Raum der Siedlung gearbeitet. Da die räumlichen Verhältnisse der Wohnungen teils sehr beengt sind vor Ort, spielt der öffentliche Freiraum in dieser Siedlung eine sehr wichtige Rolle.

Als erstes Projekt wird auf einer aktuell brachliegenden Fläche ein qualitativer Raum durch eine partizipative Erarbeitung eines Konzepts für den „Macondo-Platz“ geschaffen. Durch die Einbindung der BewohnerInnen soll die Akzeptanz der neu gestalteten Bereiche gesichert werden.

  • Ort: Wien, Österreich
  • Status: Konzeptfindung
  • Projektpartner: Diakonie Flüchtlingsdienst > https://fluechtlingsdienst.diakonie.at/, Basis Zinnergasse, Gemeinwesenorientiertes Integrationsbüro
  • Team AoGA: Bernhard Brus, Flora Strohmeier, Ulla Unzeitig,  Evamaria Schmidthaler, Markus Lang, Silvia Höller, Max Strohmeier, Lena Junger

* fiktiver Ort, in dem Gabriel García Márquez seinen Roman Hundert Jahre Einsamkeit angesiedelt ist. *Flüchtlingssiedlung in Wien-Simmering


Gestaltung und Aufwertung der gemeinschaftlichen Bereiche in der Siedlung Macondo* in Simmering

Ausgangssituation

Der Diakonie Flüchtlingsdienst ist durch die Basis Zinnergasse als gemeinwesenorientiertes Integrationsbüro vor Ort in Macondo tätig.  Bis auf einzelne Projekte wie „Macondo blüht auf“, ein Gemeinschaftsgarten, sowie ein Spielplatz, ist der weitläufige, öffentliche Raum vernachlässigt. Da es unter den BewohnerInnen viele Ideen für die Aufwertung und Bespielung der Plätze  in der Siedlung gibt, ist im Jänner 2016 eine Kooperation mit uns entstanden um die planlichen und baulichen Prozesse mit zu entwickeln und zu leiten.

 

Zielsetzung

Das Gesamtkonzept des Projektes ist eine schrittweise Aufwertung des öffentlichen, gemeinschaftlichen Raums in der Siedlung:

MACONDO-PLATZ

Erste entstandene Idee ist  die Gestaltung eines „Macondo-Platzes“ auf einer angemieteten, derzeit brachliegenden Fläche. Wir werden einen Platz mit den BewohnerInnnen schaffen, mit dem sie sich identifizieren können, ein Ort des Beisammenseins, aber auch ruhigere Sitzmöglichkeiten zum individuellen Aufhalten im Freien.

Für den Macondo-Platz sind folgende Ziele definiert:

  • Aktive Einbindung der BewohnerInnen durch gemeinsame Workshops
  • Gemeinsame schrittweise Instandsetzung (Aufräumen, Zaun abbauen, DIY-Möbel bauen…)
  • öffentlichen Raum bzw. Rückzugsbereiche für Frauen (mit Kindern) schaffen
  • Gemeinschaftsgarten („essbare Hecke“) anlegen
  • Bespielung des Raumes durch regelmäßige Aktionen, wie Feste, Picknicks, gärtnern, sichern
  • Raum für Austausch und Information schaffen (zb. Anschlagtafel)

 

Partizipativer Prozess, Herausforderungen und zukünftige Selbstverwaltung

Unterschiedliche NutzerInnen teilen derzeit den teils vernachlässigten, öffentlichen Raum in der Siedlung – vorwiegend anhand der Nutzungen: Spielplatz, Gärten, Fußballplatz.

Durch die Heterogenität der BewohnerInnen ist im partizipativen Prozess eine besondere Sensibilität gefordert. In Macondo leben geflüchtete Menschen aus vielen Nationen und Kulturen. Es besteht der Wunsch nach mehr Freiraum, der vor allem von Frauen und Familien genutzt werden kann. Alle Zielgruppen müssen in einem Dialog zusammengeführt werden, um somit transparente Entscheidungen treffen zu können. Die Bedürfnisse schwächerer bzw. zurückgezogener  Gruppierungen müssen genauso vertreten werden.

Aktuelles zum Projekt: Frühlingsfest in Macondo

Beim Frühlingsfest nutzten wir die Gelegenheit, um durch eine Informationsveranstaltung das Projekt zu starten: Auf unserem Infotisch legten wir einen Plan des Geländes auf mit Fotos von ausgewählten Freiräumen. Interessierte BewohnerInnen hatten die Möglichkeit, die Plätze zu bewerten und eigene Ideen auf verschiedensten Sprachen zu formulieren. Für die kleineren BewohnerInnen gab es einen Maltisch, zum  spielerischen Zeichnen zum Thema. Beim Frühlingsfest wurden somit viele spannende Ideen und Wünsche gesammelt, wie man den öffentlichen Raum in der Siedlung gestalten und verbessern könnte.

Der nächste Workshop vor Ort wird auch schon bereits organisiert! Wir werden euch hier über die Fortschritte im Projekt auf dem Laufenden halten.

Weitere Einblicke zum Projekt findet ihr in unserer Galerie.

 

Kontakt: Bernhard Brus, macondo@arch-og.at